Einsamkeit während der ersten Welle der SARS-CoV-2 Pandemie

Wie aus der Studie „Einsamkeit während der ersten Welle der SARS-CoV-2 Pandemie“ des NAKO Konsortiums hervorgeht (Berger, K., Riedel-Heller, S., Pabst, A et al Einsamkeit während der ersten Welle der SARS-CoV-2-Pandemie– Ergebnisse der NAKO-Gesundheitsstudie. Bundesgesundheitsbl – 2021 – https://doi.org/10.1007/s00103-021-03393-y), nahmen sich 31,7 % der 113.928 an der NAKO Studie teilnehmenden Menschen im Mai 2020 als einsam wahr. Frauen und junge Menschen waren häufiger als Männer und ältere Personen betroffen. Mit steigender Wahrnehmung von Einsamkeit nahm der Schweregrad von Depressions- und Angstsymptomen stetig zu. ... Einsamkeit war deutlich mit Depressivität und Angst assoziiert. Frauen waren zu einem höheren Anteil einsam als Männer. Bei Personen mit einer höheren Schulbildung und Teilnehmenden, die in einer Partnerschaft lebten, war der Anteil niedriger als bei jenen mit niedriger Bildung bzw. bei Alleinlebenden. 

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In Abb. 1 ist der Anteil derjenigen, die als „einsam“ entsprechend der UCLA-Einsamkeitsskala kategorisiert werden (blau), nach Alter und Geschlecht dargestellt. In allen Altersgruppen ist der Prozentsatz Einsamer bei Frauen höher. Er sinkt in beiden Geschlechtern mit steigendem Alter. Ein ähnliches Muster findet sich für den Anteil derjenigen, die sich vermehrt einsam während im Vergleich zu vor der Pandemie gefühlt haben (Abb. 1). Auch hier findet sich ein ähnlicher Alterstrend und Frauen sind deutlich stärker betroffen als Männer.

Abb. 1
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Anteil „Einsamer“ (blau, Einsamkeitsscore ≥6 Punkte) und derjenigen, die eine vermehrte Einsamkeit (rot) während im Vergleich zu vor der Pandemie angaben, nach Altersgruppen und Geschlecht

Nach unserer Meinung zeigt die Abbildung 1 ebenfalls, dass zwar der Anteil der Einsamen in der Gruppe der befragten Frauen insgesamt höher ist, jedoch ist der Anteil der Männer, die angaben sich während im Vergleich zu vor der Pandemie einsam zu fühlen, proportional gesehen weit höher gestiegen ist als bei den Frauen. 

Unser Fazit: Eine Partnerschaft wirkt sich in Krisensituationen positiv auf eine empfundene Einsamkeit und damit zusammenhängende psychische Gesundheit aus und Männer können in Krisensituationen durch eine Partnerschaft in Bezug auf eine empfundene Einsamkeit mehr profitieren.